Kosten für Firmen und Gewerbe

Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) legt fest, welches Honorar Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften für steuerberatende Leistungen, die so genannten Vorbehaltstätigkeiten, bekommen.

Somit ergeben sich Gebühren und Auslagen nach den gesetzlichen Regelungen für die so genannten vereinbaren Tätigkeiten.

Gesetzliche Vorgaben

Die Steuerberatervergütungsverordnung unterteilt die Gebühren nach Wert, Zeit oder Betragsrahmen. Je nach Umfang, Schwierigkeitsgrad und unter Berücksichtigung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse und des Haftungsrisikos innerhalb des gesetzlichen Rahmens wird die Gebühr in jedem Einzelfall berechnet.

Grundlegend für die Gebühr ist der Umfang der beauftragten Leistungen. So macht es beispielsweise einen Unterschied, ob die Buchführung mit oder ohne offene Posten oder mit oder ohne Kostenrechnung erledigt werden soll. Entscheidend ist auch der Schwierigkeitsgrad, einfach, häufige Fragestellungen sind preiswerter als komplexe Sonderfälle. Die Bedeutung der Angelegenheit wird für die Preiskalkulation herangezogen, so wiegt eine Lösung für mehrere Jahre mehr als kurzfristige Lösungen. Auch die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers werden berücksichtigt, ebenso wie das Haftungsrisiko.

Der Steuerberater fasst diese Faktoren bei der Bestimmung einer Wertgebühr in einem so genannten Zehntelsatz  zusammen. Das bedeutet, dass zehn Prozent der Gesamtsumme gemeint sind, gleichzeitig wird darunter ein Zehntel der Maximalgebühr verstanden. Die Gebühren können auch anhand der Zeitgebühr berechnet werden, hier werden Halbstunden- oder Stundensatz festgelegt.

Die Wertgebühr

Der Gegenstandwert ist der Grundstock für die Bestimmung des genauen Honorars – das nennt sich Wertgebühr und ist in den meisten Fällen die Berechnungsgrundlage für die Kosten eines Steuerberaters. Bei einem kleinen Gegenstandswert fällt das Honorar also geringer aus als bei hohen Gegenstandwerten. Allerdings verdoppelt sich die Gebühr nicht mit einem doppelten Gegenstandswert, sie steigt unproportional zum Gegenstandswert langsam an.

Ein typisches Beispiel für die Berechnung der Kosten anhand der Wertgebühr ist die Erstellung einer Einkommenssteuererklärung durch den Steuerberater. Die Gebühr richtet sich in diesem Fall nach der Summe der positiven Einkünfte. Ein weiteres Beispiel für die Nutzung der Wertgebühr ist die Finanzbuchführung, dabei orientiert sich die Gebühr am Jahresumsatz des Unternehmens für das betreffende Jahr. Hier wird die Gebühr häufig höher angesetzt, da oftmals Zusatzleistungen, wie Analyse und Auswertung, die Erstellung einer Kostenrechnung oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung gewünscht sind. Insbesondere die Berücksichtigung der Umsatzsteuervoranmeldung ist nicht selten. Weitere Tätigkeiten, die der Steuerberater nach Wertgebühr abrechnet: Einnahme-Überschuss-Rechnung, Jahresabschlussarbeiten oder Handelsrechtlicher Jahresabschluss.

Gebühr nach Zeit

Für einige Tätigkeiten ist nach der StBVV eine Zeitgebühr vorgesehen, diese beträgt 30€ bis 70€ für eine halbe Stunde, der konkrete Satz bemisst sich auch hierbei nach Schwierigkeitsgrad und Bedeutung der Angelegenheit. Die Zeitgebühr ist insbesondere vorgesehen für die Einrichtung der Buchführung, Außenprüfungen, die Steuerbescheidprüfung und andere Hilfeleistungen. Darüber hinaus kommt die Zeitgebühr für Anliegen in Betracht, die nicht zur Steuerberatung im engeren Sinne zählen. Häufig sind dies betriebswirtschaftliche Tätigkeiten, die Kosten von mehr als 150€ in der Stunde und mehr als 1000€ am Tag verursachen.

Kosten für zusätzliche Beratungsleistungen

Die StBVV sieht für Beratungsleistungen in steuerrechtlichen Angelegenheiten einen relativ breit gefassten Gebührenrahmen vor, da die einzelnen Faktoren, von denen die Gebühr abhängt, auch hier Umfang, Schwierigkeitsgrad und Bedeutung der Angelegenheit, sehr verschieden sein können.

Erstberatung beim Steuerberater

Ein Erstgespräch beim Steuerberater dient dazu, den Steuerberater kennen zu lernen und abzuklären, ob und wenn ja welche Zusammenarbeit mit dem Steuerberater für Selbstständige und Freiberufler in Frage kommt. Geht es beim Erstgespräch nur um die Klärung allgemeiner Fragen, ist das Gespräch kostenfrei. Stellt der Freiberufler als möglicher Mandant spezielle steuerliche Probleme vor und erhält dazu eine ausführliche Beratung, zählt das Gespräch als Erstberatung und ist damit gebührenpflichtig. Die Erstberatung kostet in diesem Fall maximal 180 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.